In der Weihnachtszeit spielen Gerüche bekanntlich eine große Rolle: Bei frisch gebackenem wird gleich gekostet und auf dem Weihnachtsmarkt fällt es oft nicht leicht, an den frischgebrannten Mandeln vorbeizugehen.

Bei Kaffee kennen wir das Thema ja schon lange und Starbucks hat es mit der Komplexität bei Kaffeezusätzen des Aromas Willen wohl unter die Spitzenplätze der Verwirrung geschafft, wenn man es nach Bodo Wartke und seinen Problemen geht, die er früher noch nicht hatte. Aber Aroma bei Bier, muß das denn nun auch noch sein?

Klare Antwort: Ja, es muß! 

Es wäre einfach zu schade, sich diese Geschmackserlebnisse entgehen zu lassen. Glücklicherweise wird uns auch zukünftig in der Kneipe um die Ecke allein schon durch den zeitlich versetzten Herstellprozeß die Frage erspart bleiben, ob wir in unser Bier noch etwas Spalter Select oder lieber einen Schuss Hallertauer Mittelfrüh zusätzlich haben wollen. Die Entscheidung können wir getrost in die Hände des Brauers unseres Vertrauens legen. Das macht es auf jeden Fall schon mal etwas einfacher. Die Vielfalt an Bieren zu probieren sollte man aber auf jeden Fall auch so versuchen sich zu gönnen. Wenn Sie in einer anderen Region unterwegs sind, ist zu empfehlen sich nicht nur an den lokalen, kulinarischen Genüssen ist fester Form zu versuchen sondern auch zu sehen, was die Gegend in flüssiger Form zum ProBieren im Angebot hat. Wenn Sie mal daneben greifen sollten, ist das ja kein Weltuntergang, dann gibt’s als nächstes eben etwas anderes. Aber dann verpassen Sie wenigstens nicht, ein vielleicht richtig leckeres Bier, auf das Sie sich schon beim nächsten Besuch im Vorfeld freuen.

Aber was ist denn nun Aromahopfen?

Die Aufgabe des Hopfens beim Bier besteht neben dem Einfluß auf die Stabilität der Schaumkrone auch in konservierenden Eigenschaften und nicht zu letzt der bekannte herbe, bittere Geschmack des Bieres. Beim Hopfen unterscheidet man aus Brauersicht zwischen Bitterhopfen (mit relativ hohen Alphasäurewerten) und Aromahopfen. Letzterer zeichnet sich durch den höheren Anteil von aromatischen Ölen aus und einer geringeren Bitterkeit. Um Bittere ins Bier zu bekommen müßte daher bei Aromahopfen meist eine größere Menge als bei normalem Bitterhopfen eingesetzt werden. Bei Bieren der Industriebrauereien kommt er daher aus wirtschaftlichen Erwägungen wenig bis gar nicht zum Einsatz. Die natürlichen Aromen bei den in jüngerer Zeit ins Gespräch gekommenen aromatischen Hopfensorten haben ein beachtliches Gestaltungspotential hinsichtlich komplexerer Aromaprofile. Dieses fehlt dem Bitterhopfen, der wie der Name bereits vermuten läßt seine Qualitäten in der Herbe des Bieres besitzt.

Bier mit Aromahopfen ist daher ein ganz natürliches Produkt und nicht vergleichbar etwas mit aromatisiertem Tee, bei dem natürliche oder auch synthetisch erzeugte Aromen auf den Tee aufgesprüht werden, um einen bestimmten Geschmack zu erzeugen.

Wenn Sie nun Lust auf Aromahopfen bekommen haben, nehmen Sie sich einfach mal kurz vor dem Trinken des Bieres Zeit, daran zu riechen. Das, was wir als Geschmack kennen, hängt nämlich eng mit der Fähigkeit unserer Nase zusammen. Bei unseren Bieren finden Sie durch den Aromahopfenanteil bestimmt die eine oder andere positive Überraschung, bevor es dann richtig „zischt“.

 

Wer noch etwas mehr wissen will, hier ein paar Verlinkungen zum Stöbern:

  • https://www.youtube.com/watch?v=btsh1qNOIEA
    Bodo Wartke – „Probleme, die ich früher noch nicht hatte“
  • https://www.bier.de/tastings-alt/riechen-die-nase-weis/
    Geschmackswahrnehmung bei Bier
  • https://www.teepod.de/aromatisierung-von-tee/
    Aromatisieren von Tee

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.